Kommunikative Kompetenz

Zur Kommunikationsfähigkeit gehört die Beherrschung des sprachlichen Codes (Wortschatz, Grammatik, Syntax, Orthografie), die Fähigkeit, sich auf die DialogpartnerInnen einzustellen (soziolinguistische Kompetenz: Rollen, soziale Zugehörigkeit, Herkunft etc.) und die Fähigkeit, den Dialog nonverbal und verbal aufrechtzuerhalten (Kommunikationsstrategie).

Es geht aber nicht nur um die Kommunikationsfähigkeit, die bedeutet, dass man sich verständlich und empfängerorientiert ausdrücken kann, sondern auch um die Kommunikationsbereitschaft, also den eigenen Willen, sich mit anderen auszutauschen, Dinge verbal zu klären und Wissen durch Kommunikation weiterzugeben. Die Bereitschaft zur Kommunikation wird schon vor Herstellung des sprachlichen Dialogs durch nonverbale Äußerungen signalisiert. 

 

 

Verbale Kommunikation

 Sprachliche – grammatische – Kompetenz

 

Österreich: Spracherwerb als Hobby

In den österreichischen Grenzregionen werden seit den frühen 1990er Jahren Tschechischkurse angeboten. Diese werden meist in der Freizeit von interessierten Personen über Abendkurse (VHS, bfi …) absolviert.

Im Rahmen der NÖ Sprachenoffensive (www.sprachen.noe-lak.at) gibt es in Kindergärten und Schulen Lernangebote für die Nachbarsprachen. Im Schulsystem wird Tschechisch überwiegend als Freifach, aber auch in einigen Schulen als integrativer Unterricht angeboten.

Es gibt aber immer wieder Ausnahmen, die aus beruflichen oder privaten Gründen sehr gut Tschechisch sprechen. In den ersten Jahren war vielfach ein gewisser Sprachimperialismus („die können ja eh Deutsch“) der österreichischen Bevölkerung zu bemerken. In den letzten Jahren setzt sich doch die Meinung durch, dass man zumindest „ein paar Brocken“ Tschechisch können sollte, das würde alleine schon die Höflichkeit gebieten.

Dabei reichen schon wenige Wörter, um sich verständigen zu können: Mit rund 800 der wichtigsten Wörter schafft man das – dies lässt sich in einem Jahr bei nur zwei Wörtern täglich erreichen. Ab einem Grundwortschatz von ungefähr 2.000 Wörtern kann man sich in die meisten Alltagsgespräche aktiv einbringen.

 Tschechien: Deutsch rückläufig

In Tschechien differieren die Kenntnisse der deutschen Sprache sehr zwischen den Generationen. Bei den Jungen ist die Tendenz stark in Richtung Englisch, das Deutsch als erste lebende Fremdsprache weitgehend abgelöst hat. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist besonders in touristisch geprägten Regionen sehr hoch.

 

 Sprich langsam und deutlich

Auch wenn es auf den ersten Blick verwunderlich erscheint: Wer in einer fremdsprachigen Region kommunizieren will, muss auch auf seine Muttersprache achten, damit er den Gesprächspartner, der in der Fremdsprache spricht, gut verstehen kann.

Klare Formulierungen, die Verwendung der Hochsprache, langsames, deutliches und klares Sprechen sind hier mehr erforderlich als unter Menschen mit derselben Muttersprache. Auch sollte man sich durch Nachfragen versichern, ob die Gesprächspartnerin die Inhalte gut verstanden hat bzw. in längeren Diskussionen Ergebnisse immer wieder zusammenfassen. Selbstverständlich ist auch, dem Gesprächspartner geduldig die notwendige Zeit zu geben, die er vielleicht braucht, um Sätze oder Zusammenhänge zu formulieren. Wichtig ist auch, Hindernisse zu erkennen und darauf zu reagieren, die die Kommunikation in einer Fremdsprache erschweren, z. B. Hintergrundgeräusche eines Radios, schlechte Telefonverbindung, unzureichende Lautstärke etc. Generell ist es so, dass wir eine leicht höhere Lautstärke brauchen, wenn wir einer Fremdsprache folgen, als wenn wir etwas in unserer Muttersprache hören.

Auch das Bemühen, die eigene Muttersprache sorgfältig und klar zu verwenden, ist ein Zeichen von Respekt und Rücksichtnahme.

 

Kommunikation über DolmetscherInnen/ÜbersetzerInnen

Bei Übersetzungen kann es vorkommen, dass DolmetscherInnen und ÜbersetzerInnen die Inhalte für sich interpretieren. Es empfiehlt es sich daher, Besprechungsergebnisse zusammenzufassen: „Habe ich Sie richtig verstanden? Sie haben gesagt, dass …“, um zu überprüfen, ob alle GesprächspartnerInnen vom Gleichen ausgehen.

 

Nonverbale Kommunikation

Das Beherrschen einer Sprache in Wort und Schrift ist nur ein kleiner Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation. Ob ein Gespräch überhaupt zustande kommt und auf der inhaltlichen Ebene ablaufen kann, entscheiden nonverbale Signale.

Umso mehr gilt das bei der Kommunikation von Menschen unterschiedlicher Muttersprache und eingeschränkter Beherrschung der Sprache des Dialogpartners.

Begegnen sich vollkommen fremde Personen, erzeugen diese bereits eine Einstellung zueinander, noch bevor sie ein einziges Wort miteinander gewechselt haben.

Nonverbale Kommunikation ist von entscheidender Bedeutung. Sie passiert aber nicht nur unterbewusst, sondern kann ganz gezielt verwendet werden. Sie lässt sich wie verbale Sprachbeherrschung trainieren und erweitern.

Zur nonverbalen Kommunikation gehören Gestik und Mimik, aber auch Körpersprache, Haltung gegenüber anwesenden Personen, Nähe und Distanz, Beanspruchen von Raum. Auch die Gestaltung des Körpers – Schmuck, Frisur, Kleidung – sind Elemente der Körpersprache.